Der Blick durchs Okular: Wenn Zellen zu Kunst werden
- CreaKauz

- 5. Juli 2024
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. März
Inspiration zwischen Kandinsky und AnnenMayKantereit
Im zehnten Modul der Mosaikbauschule hieß das Thema: Künstlerische Gesten. Die Aufgabe? Ein eigenes Mosaik entwerfen, inspiriert von Musik und großen Meistern. Wir hörten „Lasst es kreisen“ von AnnenMayKantereit und besuchten eine Ausstellung von Wassily Kandinsky und Hilma af Klint in Düsseldorf.
Ich muss gestehen: Früher war ich oft skeptisch gegenüber hochtrabenden Bildinterpretationen von Kunstkennern. Aber diese Ausstellung hat mich zum ersten Mal richtig gepackt. Vielleicht, weil sich mein eigener Blick auf das Schaffen durch die Ausbildung so stark verändert hat.

Hilma af Klint & die Verbindung zum Labor
Besonders Hilma af Klint hat mich fasziniert. Wusstet ihr, dass sie in einem tiermedizinischen Institut Zeichnungen von Zellen und Organen angefertigt hat? Das weckte sofort Erinnerungen in mir: Mein Vater schrieb einst ein Buch, für das meine Mutter die Zellzeichnungen anfertigte.
Da war sie, die perfekte Brücke: Mein 80%-Job im Labor, die Familientradition und meine Leidenschaft für das Mosaik. Mein Thema stand fest: Ein abstrahierter Blick durch das Mikroskop.

Der Spiegel: Vom Fehler zum Symbol
Inspiriert durch unsere Dozentin Heike Flint wollte ich mit Spiegeln arbeiten, um Licht und Tiefe zu erzeugen. Ursprünglich plante ich eine durchgehende Spiegelfläche im Hintergrund. Doch wie das im Handwerk so ist: Das Material hatte seinen eigenen Kopf. Beim Schneiden und Brechen entstand ein ungewollter Spalt zwischen zwei Spiegelstücken.
Anstatt mich zu ärgern, passierte etwas „Kauziges“: Ich band den Spalt bewusst in das Werk ein und füllte ihn mit winzigen Mosaiksteinen.

Die Philosophie hinter den Steinen
Das Mikroskopieren zeigt uns das Leben in all seinen Formen – Zellen, die wachsen, sich teilen, existieren. Mein Werk spiegelt diese organische Welt wider. Der Spalt im Spiegel wurde für mich zum Symbol: Er steht für die Momente im Leben, in denen man das Gefühl hat, in einen Tunnel oder ins Nichts zu geraten. Doch mein Mosaik zeigt auch: Wenn man den Blickwinkel ändert, gibt es immer einen Weg hinaus.
Fazit: Kunst ist Beobachtung
Dieses Modul hat mir gezeigt, dass mein Beruf im Labor und meine Kunst im Keller keine getrennten Welten sind. Beides erfordert einen genauen Blick, Geduld und die Fähigkeit, das Unsichtbare sichtbar zu machen.








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