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Die Welt steht Kopf: Das Geheimnis der indirekten Methode

  • Autorenbild: CreaKauz
    CreaKauz
  • 11. März 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Der „Umweg“, der sich lohnt


Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Das war mein erster Gedanke zur indirekten Methode. Im Gegensatz zur direkten Methode, bei der man die Steine direkt auf den Untergrund klebt, nimmt man hier einen faszinierenden Umweg. Man arbeitet quasi „blind“ auf Papier, gießt alles mit Beton aus und erlebt am Ende eine Überraschung.


Warum macht man das? Ganz einfach: Es ist der Königsweg zu einer perfekt ebenen Oberfläche. Ideal für Tischplatten oder eben mein Projekt am Kamin.


Vorbereitung des Kunstwerkes bedeutet Vorzeichnen und Gläser heraussuchen
Vorbereitung eines Kunstwerkes

Das Prinzip: Rückwärts denken lernen


Die größte Herausforderung für mich als Glas-Liebhaber war das Umdenken. Bei der indirekten Methode klebt man die Seite des Steins, die man später sehen will, mit dem Gesicht nach unten auf das Papier. Man sieht also während der gesamten Arbeit nur die Rückseiten seiner Materialien.


Kauz-Tipp für den Durchblick: Wenn ihr mit Fliesen arbeitet, die auf der Rückseite anders aussehen, markiert sie euch! Sonst verliert man im Eifer des Gefechts schnell den Überblick, welche Seite später oben liegen soll. Bei meinem Glasprojekt war es zum Glück einfacher, da beide Seiten gleich gefärbt waren.




Mein Workflow: Von Mehlkleber und Luftblasen


1. Das Fundament aus Papier: Ich habe einen Rahmen auf ein Brett geschraubt und mit Reispapier (oder Packpapier) ausgelegt. Darauf wird das Motiv vorgezeichnet.


2. Kleben mit Hausmitteln: Als Kleber dient eine Mischung aus Mehl und Wasser. Klingt simpel, funktioniert aber perfekt, da sich dieser „Mehlpapp“ später leicht wieder lösen lässt.


3. Die Zement-Wissenschaft: Wenn das Bild fertig ist, wird es ernst. Zuerst gieße ich eine dünne, flüssige Zementschicht über die Steine.


• Wichtig: Mit dem Hammer vorsichtig gegen den Rahmen klopfen! So steigen Luftblasen auf und der Zement fließt in jede noch so kleine Ritze zwischen den Steinen.


4. Stabilität: Danach folgt eine dickere Zementschicht, in die ich direkt die Armierungseisen und die Wandhalterung einarbeite.




Das Werk muss noch vom Reispapier gesäubert werden.
Das Reispapier klebt noch am Glas

Der magische Moment: Die Enthüllung


Wenn der Rahmen voll ist, kommt ein zweites Brett obenauf, und dann wird das ganze Paket gedreht. Das ist der Moment, in dem der Puls steigt! Man schraubt die Platte ab und zieht vorsichtig das Papier ab.


Hier muss man Fingerspitzengefühl beweisen: Der Zement ist noch feucht, und man möchte die Steine ja nicht gleich wieder mit dem Papier herausziehen. Nach dem Säubern und Trocknen wird der Rahmen entfernt, die Kanten eventuell noch abgeschliffen – und fertig ist das plane Kunstwerk.




das gesäuberte Mosaikwerk muss noch trocknen bevor es aus dem Rahmen genommen wird
gesäubertes Mosaikwerk

Wo der „Kauz“ heute steht


Mein Werk aus Modul 2 hat inzwischen seinen festen Platz an unserem Kamin gefunden. Wenn ich es heute betrachte, juckt es mir schon wieder in den Fingern. Mit meinen heutigen Möglichkeiten würde ich vielleicht die Formen für das Mosaik am PC entwerfen oder mir Schablonen vorbereiten, die das „Verkehrt-herum-Legen“ noch präziser machen.


Mosaikkunstwerk hat seinen Platz am Kamin gefunden
fertiges Mosaikkunstwerk

Mein Kunstwerk hat bei uns am Kamin sein Platz gefunden.




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